Der "Notfallplan Gas" für die Gasmangellage in Deutschland

Gas ist eine wesentliche Komponente der Energieversorgung in Deutschland. Durch den Ukraine-Krieg besteht jedoch die erhöhte Gefahr, dass Gasimportmengen erheblich reduziert werden. Auch die verhängten Sanktionen wirken sich auf die Versorgungssicherheit mit Gas in Deutschland und Europa aus. In 2021 stammten etwa 55 % der Energieversorgung mit Erdgas aus Russland. In der Zwischenzeit hat unsere Regierung Maßnahmen eingeleitet, um unsere Abhängigkeit von Russland zu reduzieren und Ersatz für russisches Gas zu finden. So soll der Anteil Ende 2022 auf etwa 30 Prozent gesenkt werden. Das Energiesicherungsgesetz (EnSiG) wurde jetzt dementsprechend angepasst, um die Energieversorgung in dieser kritischen Situation sicherzustellen. So kann die Bundesregierung nun Maßnahmen zum Energiesparen anordnen.

Wir halten Sie über eine eventuelle Gasmangellage in Deutschland und die Auswirkungen auf die Energieversorgung auf dieser Webseite stets auf dem Laufenden.

Ihr Bedarf ist gesichert!

Die Regierung hat Maßnahmen ausgearbeitet.

Maßnahmen der Regierung zur Sicherung des Gasversorgungssystems

  1. Der neue Paragraf 29 des EnSiG ermöglicht dem Bund, Gasimporteure und Gasversorger wie z. B. Uniper mit Krediten, Bürgschaften oder Beteiligungen zu unterstützen. 
  2. Bei Feststellung einer Gasmangellage werden unter bestimmten Voraussetzungen zeitlich befristete Preisanpassungen zugelassen.
  3. Der neue Paragraf 26 des EnSiG schafft eine Verordnungsermächtigung für einen sogenannten Umlagemechanismus. Dies bedeutet, dass die Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung der fehlenden Gasmengen nicht von einzelnen Marktteilnehmern über eine Preisanpassung, sondern über ein diskriminierungsfreies Verfahren auf alle Gasverbraucher und -verbraucherinnen umgelegt werden. Hier zählt ebenfalls zu den Voraussetzungen, dass eine Gasmangellage festgestellt wird oder unmittelbar bevorsteht.

Am Anfang des Notfallplans für Gas und der entsprechenden Rettungskette sollen aber die Staatshilfen stehen, die im Paragrafen 29 EnSiG geregelt sind.

Bisher ist die Gasversorgung stabil!

Wie ist die aktuelle Versorgungslage mit Gas in Deutschland?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23.06.2022 die zweite Stufe des „Notfallplans Gas“, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Bis jetzt ist die Gasversorgung in Deutschland stabil. Gas wird weiterhin für den kommenden Winter eingespeichert. Allerdings ist die Lage angespannt. Denn aufgrund der erheblichen Kürzung der russischen Gaslieferungen über Nord Stream 1 fehlt es an großen Mengen. Aktuell wird das Gas anderweitig am Markt beschafft, allerdings zu sehr hohen Preisen.

Warum wurde die Alarmstufe ausgerufen?

Die Alarmstufe wurde ausgerufen, nachdem Russland die Gasexporte deutlich reduziert hatte – so fließen zurzeit durch die Pipeline Nord Stream 1 nur noch ca. 20 % der regulären Gasmenge (Stand: 04.08.2022). Vor dem Hintergrund der seit dem 14.06.2022 bestehenden Kürzung der russischen Gaslieferungen und dem anhaltenden hohen Preisniveau am Gasmarkt ist der Ausruf der Alarmstufe notwendig gewesen. 

Aktuell liegen die Speicherstände bei 73,18 % (Stand: 10.08.2022). Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur ist es jetzt schon absehbar, dass selbst bei einem kontinuierlichen Verbleib der Lieferungen durch Nord Stream 1 die benötigte Speicherfüllung von 90 % bis zum 01.12.2022 kaum ohne zusätzliche Maßnahmen möglich ist.

Damit liegt zurzeit eine Störung der Gasversorgung vor, die zu einem höheren Risiko einer Gasmangellage führt. 

Was bedeutet die Alarmstufe genau?

Beim Bestehen einer Alarmstufe ist es wichtig, dass Industrie, Gewerbe sowie private Haushalte ab sofort Gas einsparen. Der Verbrauch aller muss reduziert werden, um sicher durch Herbst und Winter zu kommen. Zudem wird mit der Alarmstufe die Lage noch mal genauer beobachtet. Neben den Maßnahmen zur Gaseinsparung werden, wenn erforderlich, weitere Maßnahmen umgesetzt.

Wir informieren Sie regelmäßig.

Gasmangellage: Verbraucherinnen und Verbraucher sind verunsichert

Viele Verbraucher und Verbraucherinnen sind selbstverständlich durch die Situation stark verunsichert. Daher ist es uns wichtig, Ihnen beiseitezustehen. Wir sind vorbereitet und informieren Sie hier über alle aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen.

Private Haushalte und soziale Einrichtungen sind besonders geschützt.

Was ändert sich für Sie als gasverbrauchender Haushalt?

Die ausgerufene Alarmstufe führt zunächst zu keinen unmittelbaren Folgen für Sie. Im Falle von Versorgungsengpässen werden nach heutigem Stand private Haushalte und soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser besonders geschützt. Auch besonders relevante Industrie soll bei dauerhafter Gasknappheit voraussichtlich berücksichtigt werden.

Es ist davon auszugehen, dass es zu Preissteigerungen für Gas kommen wird. Daher hat die Ampelkoalition in diesem Jahr bereits zwei Entlastungspakete beschlossen. Die Bundesregierung beobachtet die weitere Preisentwicklung genau und prüft sie hinsichtlich der aktuellen Lage, ob und welchen Handlungsbedarf und welche Möglichkeiten es gibt.

Was passiert, wenn Russland seine Energielieferungen komplett einstellt?

Dank der bereits ergriffenen Vorsorgemaßnahmen ist die deutsche Gasversorgung im Sommer auch ohne russisches Gas möglich. Doch um die Versorgung im kommenden Winter weiter zu gewährleisten, bedarf es außerdem Maßnahmen, um den Gasverbrauch zu senken. Daher gilt: Je mehr Gas im Frühjahr und Sommer verbraucht wird, desto schwieriger wird die Lage im Winter. Deshalb müssen wir jetzt unseren Energieverbrauch reduzieren! Jeder von uns angehalten, so viel Energie wie möglich einzusparen.

Bei einem kompletten Stopp der Lieferungen wird über das Ausrufen der letzten Notfallstufe entschieden.

Wir sind als Energieversorger an Ihrer Seite!

Versorgungssicherheit am Niederrhein

Wir als Ihr zuverlässiger Energieversorger am Niederrhein beliefern Sie weiter mit Gas und halten Sie hier regelmäßig über die Gasversorgung auf dem Laufenden.

Gemeinsam schaffen wir es, die Krise zu  meistern.

Neue Umlagen für Gaskunden

Die Gasbeschaffungsumlage dient hauptsächlich der Abwendung einer Insolvenz des Unternehmens Uniper. Die Gasspeicherumlage wird aktuell noch diskutiert und hängt mit der Befüllung der Gasspeicher für den Winter zusammen.

Gasbeschaffungsumlage tritt ab dem 01.10.2022 in Kraft

Es wird auch weiterhin teurer für Gaskunden, auch wenn die Energieversorger keine Schuld daran tragen. Die Bundesregierung hat eine Gas-Umlage beschlossen, welche die erheblichen Mehrkosten von Gasimporteuren (wie z. B. Uniper) zumindest teilweise ausgleichen und deren Insolvenz vermeiden soll. Die Höhe der Umlage ergibt sich aus verschiedenen Faktoren und liegt schätzungsweise bei 1,5 bis 5 Cent/kWh - nach aktuellen Planungen eventuell steuerfrei. Abgerechnet werden soll die neue Umlage ab dem 01.10.2022, wobei die Kunden diese zunächst nur indirekt merken werden, da sich die Änderung erst mit der Jahresrechnung bemerkbar machen wird. Daher ist die Empfehlung der NEW Energie: Passen Sie Ihren Abschlag an, damit Sie drohende Nachzahlungen frühzeitig vermeiden können.

Gasspeicherumlage ist ebenfalls für den 01.10.2022 geplant

Diese Umlage hängt mit dem neuen Gasspeichergesetz sowie der Befüllung der Gasspeicher für den Winter zusammen und wird nach aktuellen Planungen ebenfalls zwischen 1,5 bis 5 Cent/kWh (brutto) liegen.  Weitere Erläuterungen zu dem Thema finden Sie im Dokument der Bundesnetzagentur.

Senken Sie jetzt Ihren Verbrauch mit unseren Energiespartipps! Hier geht es weiter.