Der "Notfallplan Gas" für die Gasmangellage in Deutschland

 

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Maßnahmen aus den Entlastungspaketen der Bundesregierung

Viertes Entlastungspaket der Ampelkoalition

Um die drastisch steigenden Energiekosten in Deutschland abzufedern, hat die Bundesregierung am 29.09.2022 ein neues Entlastungspaket beschlossen. Dieses soll 200 Milliarden Euro umfassen und eine Gaspreisbremse vorsehen. Im Zuge dessen verzichtet man auch auf die für den 01.10.2022 geplante Gasbeschaffungsumlage.

Zusätzlich wird die Mehrwertsteuer auf Gas von 19 % auf 7 % gesenkt - zunächst vom 1. Oktober 2022 bis zum 31. März 2024. 

Anfang September hatte die Ampelkoalition ein drittes Entlastungspaket in Höhe von mehr als 65 Milliarden Euro geschnürt. Dieses beinhaltete unter anderem Maßnahmen wie eine Wohngeldreform, Energiepauschalen für Rentner und Studierende, eine Übergewinnsteuer bei Energiefirmen, eine Strompreisbremse und Steuerentlastungen. Offizielle Informationen der Bundesregierung finden Sie hier.

Seien Sie versichert, dass wir alle Anpassungen aus diesem Maßnahmenpaket an Sie weitergeben.

Umlagen für Gaskunden

Geplante Gasbeschaffungsumlage entfällt.

Gasspeicherumlage kommt zum 01.10.2022

Neue Information: Gasbeschaffungsumlage zum 01.10.2022 tritt nicht in Kraft

Es wird auch weiterhin teurer für Gaskunden, auch wenn die Energieversorger keine Schuld daran tragen. Die Bundesregierung hatte zum 01.10.2022 eine Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,419 ct/kWh (zzgl. MwSt.) beschlossen. Sie sollte die erheblichen Mehrkosten von Gasimporteuren (wie z. B. Uniper) zumindest teilweise ausgleichen und deren Insolvenz vermeiden. Durch die anstehende Verstaatlichung von Uniper war die ohnehin umstrittene Umlage zusätzlich in die Kritik geraten und wurde am 29.09.2022 von der Bundesregierung wieder zurückgenommen. Selbstverständlich berücksichtigen wir die Rücknahme dieser Umlage umgehend.

In der Medienberichterstattung ist oftmals zu lesen, dass Gasimporteure wie RWE und Shell auf die Gasumlage verzichten. Dies hat aber nichts mit der Weitergabe der Kosten an Endverbraucher oder Endverbraucherinnen zu tun. Vielmehr bedeutet es, dass diese zunächst keine Ansprüche aus den Geldern der Gasumlage geltend machen wollen.

Gasspeicherumlage ist für den 01.10.2022 vorgesehen

Diese Umlage hängt mit dem neuen Gasspeichergesetz sowie der Befüllung der Gasspeicher für den Winter zusammen und wird bei 0,059 Cent/kWh (zzgl. MwSt.) liegen.  Weitere Erläuterungen zu dem Thema finden Sie im Dokument der Bundesnetzagentur.

Gas ist eine wesentliche Komponente der Energieversorgung in Deutschland. Durch den Ukraine-Krieg besteht jedoch die erhöhte Gefahr, dass Gasimportmengen erheblich reduziert werden. Auch die verhängten Sanktionen wirken sich auf die Versorgungssicherheit mit Gas in Deutschland und Europa aus. In 2021 stammten etwa 55 % der Energieversorgung mit Erdgas aus Russland. In der Zwischenzeit hat unsere Regierung Maßnahmen eingeleitet, um unsere Abhängigkeit von Russland zu reduzieren und Ersatz für russisches Gas zu finden. So soll der Anteil Ende 2022 auf etwa 30 Prozent gesenkt werden. Das Energiesicherungsgesetz (EnSiG) wurde jetzt dementsprechend angepasst, um die Energieversorgung in dieser kritischen Situation sicherzustellen. So kann die Bundesregierung nun Maßnahmen zum Energiesparen anordnen.

Wir halten Sie über eine eventuelle Gasmangellage in Deutschland und die Auswirkungen auf die Energieversorgung auf dieser Webseite stets auf dem Laufenden.

Ihr Bedarf ist gesichert!

Die Regierung hat Maßnahmen ausgearbeitet.

Maßnahmen der Regierung zur Sicherung des Gasversorgungssystems

  1. Der neue Paragraf 29 des EnSiG ermöglicht dem Bund, Gasimporteure und Gasversorger wie z. B. Uniper mit Krediten, Bürgschaften oder Beteiligungen zu unterstützen. 
  2. Bei Feststellung einer Gasmangellage werden unter bestimmten Voraussetzungen zeitlich befristete Preisanpassungen zugelassen.
  3. Der neue Paragraf 26 des EnSiG schafft eine Verordnungsermächtigung für einen sogenannten Umlagemechanismus. Dies bedeutet, dass die Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung der fehlenden Gasmengen nicht von einzelnen Marktteilnehmern über eine Preisanpassung, sondern über ein diskriminierungsfreies Verfahren auf alle Gasverbraucher und -verbraucherinnen umgelegt werden. Hier zählt ebenfalls zu den Voraussetzungen, dass eine Gasmangellage festgestellt wird oder unmittelbar bevorsteht.

Am Anfang des Notfallplans für Gas und der entsprechenden Rettungskette sollen aber die Staatshilfen stehen, die im Paragrafen 29 EnSiG geregelt sind.

Bisher ist die Gasversorgung stabil!

Wie ist die aktuelle Versorgungslage mit Gas in Deutschland?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23.06.2022 die zweite Stufe des „Notfallplans Gas“, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Bis jetzt ist die Gasversorgung in Deutschland stabil. Gas wird weiterhin für den kommenden Winter eingespeichert. Allerdings ist die Lage angespannt. Denn aufgrund der erheblichen Kürzung der russischen Gaslieferungen über Nord Stream 1 fehlt es an großen Mengen. Aktuell wird das Gas anderweitig am Markt beschafft, allerdings zu sehr hohen Preisen.

Warum wurde die Alarmstufe ausgerufen?

Die Alarmstufe wurde ausgerufen, nachdem Russland die Gasexporte deutlich reduziert hatte. Momentan sind die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 sogar ganz ausgesetzt - unter Verweis auf angebliche technische Mängel (Stand: 30.09.2022). Vor dem Hintergrund der seit dem 14.06.2022 bestehenden Kürzung der russischen Gaslieferungen und dem anhaltenden hohen Preisniveau am Gasmarkt ist der Ausruf der Alarmstufe notwendig gewesen. 

Damit liegt zurzeit eine Störung der Gasversorgung vor, die zu einem höheren Risiko einer Gasmangellage führt. 

Durch verstärkte Vorsorgemaßnahmen und Nutzung alternativer Lieferwege sind wir mittlerweile besser vorbereitet als noch vor einigen Monaten. Aktuell liegen die Speicherstände bei über 91 % (Stand: 30.09.2022).

Was bedeutet die Alarmstufe genau?

Beim Bestehen einer Alarmstufe ist es wichtig, dass Industrie, Gewerbe sowie private Haushalte ab sofort Gas einsparen. Der Verbrauch aller muss reduziert werden, um sicher durch Herbst und Winter zu kommen. Zudem wird mit der Alarmstufe die Lage noch mal genauer beobachtet. Neben den Maßnahmen zur Gaseinsparung werden, wenn erforderlich, weitere Maßnahmen umgesetzt.

Wir informieren Sie regelmäßig.

Gasmangellage: Verbraucherinnen und Verbraucher sind verunsichert

Viele Verbraucher und Verbraucherinnen sind selbstverständlich durch die Situation stark verunsichert. Daher ist es uns wichtig, Ihnen beiseitezustehen. Wir sind vorbereitet und informieren Sie hier über alle aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen.

Private Haushalte und soziale Einrichtungen sind besonders geschützt.

Was ändert sich für Sie als gasverbrauchender Haushalt?

Die ausgerufene Alarmstufe führt zunächst zu keinen unmittelbaren Folgen für Sie. Im Falle von Versorgungsengpässen werden nach heutigem Stand private Haushalte und soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser besonders geschützt. Auch besonders relevante Industrie soll bei dauerhafter Gasknappheit voraussichtlich berücksichtigt werden.

Es ist davon auszugehen, dass es zu Preissteigerungen für Gas kommen wird. Daher hat die Ampelkoalition in diesem Jahr bereits zwei Entlastungspakete beschlossen. Die Bundesregierung beobachtet die weitere Preisentwicklung genau und prüft sie hinsichtlich der aktuellen Lage, ob und welchen Handlungsbedarf und welche Möglichkeiten es gibt.

Was passiert, wenn Russland seine Energielieferungen komplett einstellt?

Dank der bereits ergriffenen Vorsorgemaßnahmen ist die deutsche Gasversorgung im Sommer auch ohne russisches Gas möglich. Doch um die Versorgung im kommenden Winter weiter zu gewährleisten, bedarf es außerdem Maßnahmen, um den Gasverbrauch zu senken. Daher gilt: Je mehr Gas im Frühjahr und Sommer verbraucht wird, desto schwieriger wird die Lage im Winter. Deshalb müssen wir jetzt unseren Energieverbrauch reduzieren! Jeder von uns angehalten, so viel Energie wie möglich einzusparen.

Bei einem kompletten Stopp der Lieferungen wird über das Ausrufen der letzten Notfallstufe entschieden.

Wir sind als Energieversorger an Ihrer Seite!

Versorgungssicherheit am Niederrhein

Wir als Ihr zuverlässiger Energieversorger am Niederrhein beliefern Sie weiter mit Gas und halten Sie hier regelmäßig über die Gasversorgung auf dem Laufenden.

Gemeinsam schaffen wir es, die Krise zu  meistern.

FAQ

  • Was ist die Gasmangellage?

    Der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ basiert auf der sogenannten europäischen SoS-Verordnung, d.h. konkret der Verordnung (EU) 2017/1938 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung. Er kennt drei Stufen, je nachdem, wie deutlich der Eingriff des Staates ist. Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 23. Juni nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen, die sog. Alarmstufe. Dies erfolgt, nachdem Russland die Gasflüsse deutlich reduziert hat. Aktuell können die ausfallenden Mengen noch am Markt beschafft werden, wenn auch zu hohen Preisen. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist weiter gewährleistet. Aber vor dem Hintergrund der seit dem 14. Juni bestehenden Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und dem anhaltend hohem Preiseniveau am Gasmarkt war dieser Schritt notwendig.

  • Was ist das EnSiG?

    EnSiG - Energiesicherungsgesetz 1975 - Gesetz zur Sicherung der Energieversorgung, welches in den letzten Monaten aufgrund der Entwicklung u.a. durch den Krieg in der Ukraine und der damit einhergehenden Sanktionierung von Energieimporten aus Russland reformiert und überarbeitet wurde.

  • Können wir grundsätzlich die Gasversorgung garantieren?

    Die Versorgung ist derzeit gesichert aber die Lage ist angespannt. Wir bereiten uns intensiv auf eine mögliche Gasmangellage vor. Dazu tagt regelmäßig ein Krisenstab der NEW. Wir stehen über die energiewirtschaftlichen Verbände im engen Austausch mit der Bundesregierung und werden alle notwendigen Schritte ergreifen, um die Versorgung im kommenden Winter zu sichern. Wir bitten alle Kundinnen und Kunden, dem Aufruf der Bundesregierung zu folgen und wo eben möglich Energie einzusparen!

  • Was passiert mit den Strompreisen?

    Wie wir bereits in den letzten Monaten sehen, reagiert auch der Strompreis auf den Krieg in der Ukraine, sodass auch hier mit einem Anstieg der Preise zu rechnen ist.

  • Soll der Kunde seinen Zählerstand mitteilen?

    Es macht Sinn den Zählerstand regelmäßig abzulesen und die Abschlagshöhe entsprechend seinem voraussichtlichen Jahresverbrauchs multipliziert mit dem aktuellen Arbeits- und Grundpreis zu prüfen. Den Zählerstand können Sie uns am schnellsten über unser Online-KundenCenter mitteilen.

  • Woher kommt unser Erdgas?

    Wir unterhalten Geschäftsbeziehungen mit vielen nationalen und internationalen Gaslieferanten, die das Gas in unseren sogenannten Bilanzkreis liefern. Dies ist ein virtuelles Energiemengenkonto, das allerdings keinen Aufschluss auf den Ursprung der Gasproduktion gibt. Seien Sie aber versichert, dass keine aktiven Lieferverträge mit russischen Gaslieferanten existieren.

  • Was passiert im Fall einer Engpasssituation?

    Für den Fall einer Engpasssituation gibt es in ganz Europa Sicherungsmechanismen, die selbstverständlich auch in Deutschland und bei uns am Niederrhein gelten. Mit Notfall- und Krisenplänen haben wir uns intensiv auf einen solchen Fall vorbereitet. Haushaltskunden und sensible Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser und Altenpflegeheime sind durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt.

  • Was ändert sich im Moment für mich als Kundin oder Kunden?

    Nichts, im Moment bleibt alles beim Alten. Sie bekommen weiter das Gas, das Sie verbrauchen. Wir unterstützen dabei den Aufruf von Bundesminister Robert Habeck, der zum Energiesparen aufgerufen hat. Einmal weil es der Umwelt und dem Klima hilft, und zum anderen, weil in der aktuell angespannten Weltlage gilt: Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde ist eine gute Kilowattstunde.

Senken Sie jetzt Ihren Verbrauch mit unseren Energiespartipps! Hier geht es weiter.